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Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Erstellt von admin am Samstag 23. April 2011

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Für eine Rente auf Sozialhilfeniveau muss ein Durchschnittsverdiener 27 Jahre lang einzahlen. Was tun gegen Altersarmut? Vier Szenarien für das Rentensystem der Zukunft.

“Dreist aussitzen” ist ein mögliches Szenario, wie die Politik das Problem Altersarmut angeht. Foto: dpa
Die CDU-Parteispitze greift nicht nur ein trendiges Sozialthema auf, wenn sie sich heute in Sachen Rente verständigen will. Die Frage, ob heutige Einzahler im Alter noch abgesichert sind, bewegt längst Angehörige aller Generationen.
Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Achtung Antwort! – Rentenlücke

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

 

ARM IM ALTER
Die Grundsicherung: Wer mit seinem gesetzlichen Ruhegeld später nicht auf mindestens 627 Euro netto nach heutiger Kaufkraft kommt, der muss erst sein Erspartes oder Ererbtes aufbrauchen, bevor er die Grundsicherung beantragen kann.
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid befürchten
73 Prozent der Deutschen, dass Altersarmut eines der größten Probleme des Landes sein wird. 36 Prozent fordern, Bezieher von Minirenten sollten zusätzlich vom Staat über Steuereinnahmen Geld erhalten. Nur 33 Prozent der Bürger glauben, dass die Grundsicherung Armut im Alter verhindern wird. Die Umfrage wurde unter 501 Bundesbürgern durchgeführt.
Tiefen Frust empfinden daher die Einzahler, die bereits heute auf ihrem Rentenbescheid lesen, dass sie unter Sozialhilfeniveau enden werden, wenn sich ihr Verdienst nicht noch ganz erheblich verbessert. Es sind auch nicht nur die Geringverdiener, denen die Aussicht droht, von einer Kleinrente
leben zu müssen: Auch Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen können betroffen sein, wenn sie mehrere Jahre als kleine Selbstständige verbringen,
in Teilzeit jobben oder längere Zeit arbeitslos sind und nicht erst mit
67 Jahren ausscheiden können. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Das Problem: Erst kürzlich hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linkspartei bestätigt, dass ein Durchschnittsverdiener im Westen – also mit einem Monatsgehalt von heute rund 2.450 Euro brutto – 27 Jahre in die Rente eingezahlt haben muss, um im Alter auf ein Niveau der Grundsicherung von 627 Euro netto pro Monat zu kommen.
Wer demnach den geforderten Mindestlohn von 7,50 brutto pro Stunde verdient, müsste 51 Jahre Beiträge zahlen, nur um auf eine Rente auf Sozialhilfeniveau zu kommen.
Dies sind beunruhigende Zahlen, aber es kommt noch schlimmer. Denn für Leute, die nach dem Jahre 2030 in Ruhestand gehen, liegt das Nettorentenniveau laut Sachverständigenrat noch einmal um ein Sechstel niedriger als heute. Zudem steigt das Renteneintrittsalter ab 2011 sukzessive auf 67 Jahre. Wer dann früher in den Ruhestand geht, muss weitere Abschläge hinnehmen. Es ist also keine Hysterie, wenn man sich mit Altersarmut beschäftigt.
Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Das Grundeinkommen – Einkommen für alle

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

 

1. Szenario: “Dreist aussitzen”
Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen
Diese Variante ist die zynischste, wird aber leider von Teilen der CDU und der SPD favorisiert. Der Trick: Die Grundsicherung im Alter, also die Sozialhilfe, ist wie Hartz IV per Gesetz an die Entwicklung des Rentenwerts gekoppelt. Sinkt künftig also die Kaufkraft der RentnerInnen weiter, nimmt praktischerweise auch die Sozialhilfe ab. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen.

Die Konsequenz hat die Bundesregierung bereits in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei formuliert: Es könne gar “nicht verlässlich vorhergesagt” werden, ob “künftig mehr alte Menschen als heute” auf die staatlich finanzierte Sozialhilfe angewiesen sind. Ist alles nur eine Frage der Relationen. So kann man Armutsprobleme natürlich auch lösen. Nur wird bei dieser Rechnung übersehen, dass die Sozialhilfe eigentlich dazu gedacht ist, das Existenzminimum abzusichern. Und das sollte nicht an Rentenformeln hängen.
2. Szenario: “Flickschusterei”
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Die Grundidee dieser Variante besteht darin, Kleinrenten aus Steuergeldern automatisch aufzustocken, sodass sie über dem Niveau der Sozialhilfe liegen. Vor allem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat sich dafür ausgesprochen – allerdings sollen von dieser Aufstockung nur Vollzeiterwerbstätige profitieren, die mindestens 35 Jahre lang Beiträge entrichtet haben. “Wer lange eingezahlt hat, muss mehr Rente bekommen als nur die Grundsicherung”, sagt Rüttgers.
Dabei bezieht er sich auf einen CDU-Parteitagsbeschluss von 2003, der für langjährige Beitragszahler eine Mindestrente vorsieht, die um 15 Prozent oder 100 Euro über der Grundsicherung liegt. Der CDU-Parteitag forderte damals allerdings auch das Anrechnen von Vermögen, Rüttgers hingegen will die Sparbücher nicht berücksichtigen. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen
Diese Idee der Aufstockung führt nicht nur zu dem Problem, woher das Geld kommen soll. Zudem stellt sich die Frage, ob damit nicht RentnerInnen benachteiligt werden, deren Ruhegeld auch nicht üppig ist, aber immerhin ein wenig über Sozialhilfeniveau liegt, und die dann keinerlei Subventionen erhielten. Auch Frauen, die meist nicht 35 Jahre einzahlen, gingen leer aus. Erben, die selbst nur wenig verdient haben, bekämen hingegen die Aufstockung, wenn ihr Vermögen nicht angerechnet wird.
Wegweisend ist allerdings der Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers, der künftig auch Selbstständige in die staatlichen Rentenkassen einbeziehen will, sofern sie nicht ausreichend privat abgesichert sind. Damit ließe sich das Problem angehen, dass viele geringverdienende Selbstständige heute im Alter keinerlei Ruhegelder bekommen, sondern zum Sozialhilfefall werden. Es wäre nicht mehr attraktiv, sich als Selbstständiger den Rentenkassen zu entziehen.
IG Metall Protest gegen die Rente mit 67 am 27.10.2010 in Berlin

 

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3. Szenario: “Klauen von anderen”
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Andere Länder sind längst viel weiter. Die Schweiz etwa. Das Land verfügt über ein einzigartiges Umverteilungssystem. Dort zahlt jeder Erwerbstätige, egal ob angestellt oder selbstständig, rund 10 Prozent in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und in die Invalidenkasse. Bei Angestellten entrichten diese und ihre Arbeitgeber jeweils die Hälfte dieses Beitrages. Verdient jemand 2 Millionen Euro im Jahr, werden also satte 200.000 Euro fällig.
Denn trotz der ungedeckelten Beiträge ist die Rente klar begrenzt: Maximal 2.210 Franken, also rund 1.370 Euro im Monat, bekommen die Schweizer Ruheständler. Spitzenverdiener zahlen somit für die ärmeren Rentner. Es stimmt optimistisch, dass diese gigantische Umverteilung offenbar mehrheitlich akzeptiert werden kann.
Ein anderes Land: Das schwedische System gar könnte “ein geeignetes Vorbild für eine umfassende Rentenreform in Deutschland sein”, sagt etwa der Sozialexperte der grünen Bundestagsfraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn. In Schweden muss jeder Erwerbstätige einen prozentualen Beitrag in die umlagenfinanzierte Rentenkasse einzahlen und außerdem noch einen Vertrag über eine private Zusatzrente abschließen. Wer dann trotzdem noch unter ein gewisses Rentenniveau sinkt, erhält eine staatlich finanzierte Garantierente. Sie liegt für Singles bei mindestens 7.277 Kronen im Monat, also bei rund 800 Euro. Vermögen wird nicht angerechnet, anders als dies bei der deutschen Sozialhilfe der Fall ist. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen.

Die Aufstockung durch die Garantierente ist degressiv gestaltet – auch RentnerInnen mit etwas höheren Ansprüchen bekommen noch eine kleine Aufstockung. Eine als peinlich empfundene Bedürftigkeitsprüfung entfällt. Der stigmatisierende Unterschied zwischen Renten und Grundsicherung würde damit verschwinden – ein interessantes Vorbild auch für Deutschland.
Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen
Tricks der Rentenversicherungen

 

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4. Szenario: “Die demografische Katastrophe gibt es nicht”
Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen
Wer in Deutschland über die Rente nachdenken oder gar Modelle aus anderen Ländern übernehmen will, der wird sehr schnell mit der Behauptung konfrontiert, dass sowieso eine “demografische Katastrophe” drohe. Eine Lesart, die als angeblicher Sachzwang verbreitet wird, lautet gar, wir könnten uns die älteren Generationen bald überhaupt nicht mehr leisten. Dieses Schreckensszenario basiert auf der immer gleichen Zahl: Im Jahr 2050 werde ein einzelner Erwerbstätiger einen Rentner finanzieren müssen. Stimmt.
Aber was ist daran neu? Auch jetzt unterhält ein Erwerbstätiger mindestens einen Nichterwerbstätigen. 82,3 Millionen Menschen leben momentan in der Bundesrepublik, doch nur etwas weniger als die Hälfte, nämlich rund 40 Millionen, arbeiten – als Selbstständige, Beamte oder Angestellte. Der große Rest nimmt nicht an der gesellschaftlichen Veranstaltung teil, die sich “Arbeitsmarkt” nennt. Zu ihm gehören unter anderen Kinder, Rentner, Studenten, Hausfrauen und Arbeitslose. In dieser Gruppe kommt es bis 2050 zu drastischen Verschiebungen: Die Zahl der Rentner wird steigen, dafür wird es kaum noch Arbeitslose und weniger Hausfrauen geben. Aber wer wollte und sollte sich denn darüber ernsthaft aufregen?
Zudem wird bei der Angstkulisse namens “demografische Katastrophe” gern vergessen, dass die deutsche Gesellschaft in Zukunft weitaus reicher sein dürfte. Prognos hat es 2003 für die Rürup-Kommission ausgerechnet: Bei einem jährlichen Wachstum von 1,7 Prozent würde die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung von 24.100 Euro auf real 39.400 Euro im Jahre 2030 steigen. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Die angebliche “demografische Katastrophe” kaschiert ein Verteilungsproblem: Zwar nimmt das volkswirtschaftliche Pro-Kopf-Einkommen weiter stark zu, aber das bedeutet eben noch lange nicht, dass jeder real existierende Kopf gleichermaßen davon profitiert. Vom Wachstum hat am meisten, wer Kapital besitzt, ob dies nun Aktien, Geldvermögen oder Immobilien sind. Doch gerade diese Eigentümer werden bisher nicht dazu herangezogen, die wachsende Rentnerschar zu finanzieren. Eine Alternative wäre die “Bürgerversicherung”. Dazu aber wäre es nötig, sich von einer lieb gewonnen Idee zu verabschieden: dass wer viel einzahlt, auch automatisch viel rausbekommt. Schwierig.
Klage oder geh´ unter! – Hartz 4 Irrsinn

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Frauen sehen alt aus
Es ist wohl kein Zufall, dass jetzt die Debatte um Altersarmut an Intensität gewinnt – bald sind auch Männer davon bedroht.

Altersarmut ist vor allem weiblich.
Vor allem die Single-Frauen sind das Problem, sagt Ursula Lenz. Oft haben sie über Jahrzehnte anderleuts Kinder gehütet oder Fußböden gewischt. Und dafür gerade mal ein Taschengeld bekommen. Gerade alleinstehende Damen jenseits der 80 droht heute ein Altern in Armut, sagt die Referentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen. “Sie trifft es besonders hart, dass weibliche Arbeit so lange miserabel entlohnt wurde.”
Seit dem Rentenvorstoß des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) ist in Deutschland eine neue Debatte über Altersarmut entbrannt (siehe unten). Ein Aspekt aber droht dabei aus dem Blick zu geraten. Altersarmut ist kein geschlechtsneutrales Problem. Sie ist vor allem weiblich. Von den 370.500 über 65-Jährigen, die von Sozialhilfe leben, sind rund zwei Drittel Frauen. Sie erhalten die sogenannte Grundsicherung, eine staatliche Leistung, die das eigene Einkommen so weit aufstockt, dass es wenigstens auf der Höhe des Existenzminimums liegt. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen.
Eine deutliche Kluft zeigt sich auch bei der Rentenhöhe. 35,7 Prozent der Frauen erhalten zwischen 600 und 750 Euro pro Monat. Mehr als ein Drittel der Frauen liegt sogar noch darunter. Bei den Männern erhalten immerhin rund 60 Prozent eine Rente zwischen 900 und 1.500 Euro. Allerdings ist nicht jede der Frauen, die nur eine Minirente beziehen, zwangsläufig arm. Viele sind über ihre Ehemänner abgesichert oder beziehen eine Witwenrente. Dennoch gibt es laut Lenz eine Dunkelziffer. Oft würden sich die Frauen schämen, staatliche Hilfe zu beantragen, “und sitzen im Mantel in der Wohnung, weil sie sich keine Heizung leisten können”. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Unerhört: Klaus Michaelis, Sozialverband Deutschland

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

 

Regierung plant Kommission gegen Altersarmut
Die Bundesregierung will Anfang 2011 eine Kommission gegen Altersarmut einsetzen. “Die Regierungskommission soll Vorschläge machen, wie jemand, der sein Leben lang Vollzeit gearbeitet hat, auch ein Alterseinkommen hat, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht”, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ingrid Fischbach (CDU), der “Rheinischen Post”. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

Klage oder geh´ unter! – Hartz 4 Irrsinn

 

Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

 

Die Politik befürchtet einen Anstieg der Altersarmut in der Zukunft
Kommunen fürchten Kostenlawine
Hintergrund ist die wachsende Zahl gering bezahlter und wechselnder Beschäftigungsverhältnisse, die nach Meinung von Experten spätestens in zehn Jahren zu einem deutlichen Anstieg von Altersarmut führt. Die Kommunen, die überwiegend für die Grundsicherung im Alter aufkommen, sehen eine Kostenlawine auf sich zurollen. “In den nächsten Jahren müssen wir mit einem weiteren dramatischen Kostenanstieg in Milliardenhöhe rechnen”, warnte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus. Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen

“Ursachen sind die demografische Entwicklung, der größer gewordene Niedriglohnsektor und die hohe Zahl unterbrochener Erwerbsbiografien vor allem in Ostdeutschland”, sagte Articus der “Rheinischen Post”. Vor allem Frauen seien betroffen. Sie hätten häufig Lücken in den Erwerbsbiografien und daher geringere Rentenansprüche.

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Mit freundlichen Gruß

Thomas Kuhn

bis dann;

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2 Kommentare zu “Rezepte gegen Altersarmut und Einkommen”

  1. Bart Sephus sagt:

    Da ich in letzter Zeit leider 8 Kilogramm zugenohmen habe, würde ich jetzt gerne wieder abnehmen. Dabei will ich gesund essen und außerdem noch Fitnesssport machen. Kann mir jemand von euch Rezepte zum Kochen von kalorienarmen und gesunden Essen geben?

  2. Kuhn thomas sagt:

    Für Gesund Essen und Sport dafür bedarf es eine ausführliche Eklärung von Artikeln die ich jetzt nicht schaffe werde mich aber bemühen ,dies weiter fort zu führen.
    Essen, das richtige Fett,das richtige Salz,das richtige Öl,und dies in richtiger reihenfolge im Tagesablauf einzubauen,dies sind nur einige dieser Punkte;Sport das richtige Joggen aber wie,was für Zeit,was für Messungen,
    wieviel mal,was für einen Artzt der den Laktatwert misst,einige Dinge die ich später näher erklären werde,dies sind Dinge die ich selbst praktziere.
    Es hat keinen Wert abzunehmen,sport zu machen,und zum Beispiel ins MC zugehen…….fastfoot zu ernähren….
    und weiter zu Essen wie bisher.

    Thema 1 Lebensmittel

    Biologisch angebaute Lebensmittel sind in der heutigen Zeit ständigen Debatten ausgesetzt. Gesundheitsexperten, Ernährungsspezialisten und die Medien verbreiten unterschiedliche Meinungen, ob biologisch angebaute Lebensmittel den höheren Preis rechtfertigen.

    Es gibt aber durchaus einige sehr wichtige Aspekte bei den biologischen Lebensmitteln, die ich in den ganzen Diskussionen selten höre.

    Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist der Hauptaspekt bei der Debatte biologisch vs. herkömmliche Lebensmittel, ob besagte Lebensmittel mit Pflanzenschutzmitteln, Unkrautbekämpfungsmitteln oder chemischen Düngungsmitteln in Kontakt gekommen sind. Vor allem ist dies in Hinblick darauf wichtig, ob von diesen Mitteln noch Rückstände in Ihren Lebensmittel vorhanden sind, wenn Sie sie essen.

    Das Wissen um diese eventuellen Rückstände ist wichtig! Ich möchte auf keinen Fall Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu mir nehmen, die potentielle Krebsauslöser sind oder östrogene Rückstände, die möglicherweise das Bauchfett ansteigen lassen können. Ich kann mir vorstellen, dass Sie dies ebensowenig möchten!

    Es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt, bei dem Vergleich biologische vs. herkömmliche Lebensmittel, die viele Menschen übersehen. Nämlich folgender:

    –> Die Auswirkungen der gebräulichen Chemikalien in der
    Landwirtschaft auf den Boden und die entsprechenden Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Nährstoffe (Menge der Vitamine, Mineralstoffe, etc.)

    Die starken chemischen Düngemittel, Pestizide und Unkrautbekämpfungsmittel, die in den herkömmlichen Landwirtschaftsbetrieben verwendet werden können die mikrobielle Aktivität im Boden (Bakterien und Pilze) zerstören.

    Diese liefern den Wurzeln mehr Bodenmineralien. Die herkömmliche Landwirtschaft vermindert die Qualität des Bodens mit dem Resultat, dass die Pflanzen, die Sie essen, geringere Mikronährstoffe enthalten.

    In der biologischen Landwirtschaft werden diese starken chemischen Substanzen nicht verwendet. Der Boden ist gesünder, biologisch aktiver (Pilze und Bakterien helfen den Wurzeln, Mineral- und Nährstoffe aufzunehmen) und die Wurzeln können mehr Nährstoffe aufnehmen.

    Es ist durchaus möglich, das die Verwendung der starken chemischen Düngemittel, die die Ernte schneller wachsen lassen als normal, zu einem flacheren Wurzelsystem führen, welches grundsätzlich weniger Mikronährstoffe aufnimmt als organische Landwirtschaft. Hier wird darauf geachtet, ein tieferes intensiveres Wurzelsystem zu haben, damit die Pflanzen alle Nährstoffe bekommen, die sie benötigen.

    Manchmal jedoch können einheimische Produkte besser sein als “biologische”.

    Hier ist noch etwas von zentraler Bedeutung, an das Sie denken sollten…

    Wenn Ihre Wahl im Geschäft auf ein biologisches Produkt fällt, das von der anderen Seite der Erde kommt (z.B. Chile, Asien, etc.), sollten Sie einheimischen Produkten den Vorzug geben.
    Auch wenn diese nicht mit “biologisch” gekennzeichnet sind.

    Manche einheimischen Landwirtschaftsbetriebe bauen organische oder nahezu organische Lebensmittel an. Sie dürfen diese aus dem einen oder anderen Grund nicht unter diesem Namen verkaufen, z. B., wenn ihnen das entsprechende Zertifikat fehlt. Sie verwenden im Vergleich zu grossen industriellen Landwirtschaftsbetrieben oftmals bedeutend weniger Chemie.

    Zudem werden einheimische Produkte auf dem Höhepunkt ihres Reifegrades geerntet und kommen entsprechend frischer auf Ihren Teller, als biologische Produkte von weiter entfernt, die einige Zeit brauchen, bis sie in unseren Geschäften erhältlich sind.

    Eine Einschränkung gibt es auch hier. Manche Früchte und Gemüsesorten werden auf dem Höhepunkt ihres Reifegrades geerntet und sofort tiefgefroren. In diesem Fall sind diese Lebensmittel, wenn sie biologisch angebaut sind, genauso nährstoffreich, wie die einheimischen Produkte. Nachteil ist der grosse Erdölverbrauch, um diese Produkte zu transportieren.

    1. Wählen Sie biologische Produkte, wenn möglich:
    Sie haben in den meisten Fällen die besseren Schadstoffwerte mit
    weniger Pestiziden als herkömmliche Produkte.
    Zudem weisen sie einen geringeren Nitrit-Gehalt auf. Sie
    enthalten mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre
    Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken.

    2. Wählen Sie einheimische Lebensmittel, wenn die biologisch
    angebauten Lebensmittel von weit her kommen (tiefgefrorene
    biologische Produkte können aber genauso nährstoffreich sein
    wie die einheimischen Produkte)

    3. Denken Sie daran, dass Sie bei biologischen Produkten auch dazu
    beitragen, die Umwelt vor chemischem Düngemitteln und der
    Verunreinigung durch Pflanzenschutzmittel zu schützen. Diese
    können den Naturhaushalt schädigen, inklusive Ihres Trinkwassers.

    4. Fallen Sie nicht auf “biologischer Junk Food” herein — ich bin
    neulich auf diesen aktuellen Trend gestossen — Junk Food ist
    immer Junk und Kekse, Cracker und Kuchen werden durch die
    Bezeichnung “biologisch” nicht gesünder… Diese Lebensmittel
    sind verarbeitete Lebensmittel, die Sie fett machen können!

    Denken Sie daran, dass Ihre Wahl der Produkte erst eine verantwortungsvolle Landwirtschaft möglich macht. Je grösser die Nachfrage nach ökologisch und biologischen Produkten, je eher werden die Anbieter reagieren und entsprechende Produkte anbieten.

    liebe grüße Thomas

    optinoc@gmx.de

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